Viele Erwachsene blicken heute extrem kritisch darauf, wie Kinder und Jugendliche „ständig am Handy hängen“ oder zu viel Zeit vor irgendeiner Form von Bildschirm verbringen. Es wird von verschwendeter Zeit gesprochen, von nutzlosen Fähigkeiten und gefährlichen Entwicklungen – und gerne auch einfach von Verdummung. Natürlich ist es wichtig, solche Entwicklungen kritisch zu begleiten und zu moderieren. Nicht jedoch, um sie zu verhindern (viel Erfolg dabei!), sondern Heranwachsende an die Hand zu nehmen und ihnen dabei zu helfen, z.B. sicher im Internet zu navigieren. So sollte es zumindest sein. Denn digitale Kompetenz ist eine Kernfähigkeit, die heute unerlässlich ist und überall gefordert wird. Die Verfügbarkeit gerade von mobilem Internet hat sich jedoch so schnell entwickelt und verbreitet, dass die Generationen derer, die als Lehrer und Moderatoren dieses Prozesses auftreten müssten und im Alltag Heranwachsender am präsentesten sind (also Eltern und Lehrer), gnadenlos abgehängt wurden. TikTok? Instagram? Snapchat? Wofür soll das gut sein? Persönliches Interesse: Fehlanzeige. Sie können es in vielen Fällen also gar nicht. Auch, weil sie es lange nicht lernen mussten. In der Zwischenzeit haben äußere Umstände ein Umdenken erzwungen, aber auch den massiven Nachholbedarf (in Deutschland) sichtbar gemacht. Es gibt also noch vieles zu tun.